Naturschutz im Kreis Kleve
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Der Kreis Kleve am Unteren Niederrhein stellt eine sehr vielf√§ltig ausgepr√§gte Landschaft dar. Anhand der Entstehungsgeschichte und weiterer √§hnlicher Merkmale kann man von drei wesentlichen Teilgebieten sprechen. So l√§sst sich grob zwischen der Rheinniederungslandschaft, dem Niederrheinischen H√∂henzug und der Rheinterrassenlandschaft unterscheiden. Der Landschaftsraum der Rheinniederung umfasst in erster Linie die Rheintalauen-Landschaft. Das wichtigste und pr√§gendste Landschaftselement stellt dort der Rhein, die vom Strom gepr√§gten Reliefunebenheiten und die zahlreichen Altwasserbereiche dar. Um eine Bewirtschaftung dieses feuchten und h√§ufig √ľberschwemmten Gebietes zu erm√∂glichen, waren umfangreiche Entw√§sserungsma√ünahmen und das Errichten gro√üer Deichsysteme n√∂tig. Die landwirtschaftliche Nutzung beinhaltet hier vorwiegend Viehwirtschaft, so dass gro√üe, h√§ufig weit √ľberschaubare Gr√ľnlandfl√§chen mit charakteristischen Feldgeh√∂lzen, Baumreihen und einzelnen, auf nat√ľrlichen Uferw√§llen oder k√ľnstlich angelegten Warften gelegenen Hofanlagen ganz entscheidend das Landschaftsbild bestimmen. Bewaldete Fl√§chen spielen bis auf einige Auen- und Kleinwaldbereiche kaum eine Rolle.

Der Niederrheinische H√∂henzug wird aus √∂rtlich unterbrochenen, plateauartigen Hochfl√§chen und wallartigen, teilweise sehr steil ausgepr√§gten R√ľcken oder Kuppen der Stauchmor√§nenlandschaft sowie den sich bis in die Niersniederung ausdehnenden Sanderfl√§chen gebildet. Charakteristisch sind f√ľr weite Teile des H√∂henzuges gro√üfl√§chige und forstwirtschaftlich genutzte Waldbereiche, die noch bis ins sp√§te Mittelalter hinein ein zusammenh√§ngendes Gebiet darstellten. Die ehemaligen durch Rodungen und Weidebetrieb entstandenen Heidefl√§chen werden heute in erster Linie ackerbaulich genutzt.


Die Rheinterrassenlandschaft  setzt sich vielf√§ltig aus den Niederungen der Niers und verschiedener Zufl√ľsse, die innerhalb der ebenen bis flachwelligen Donkenlandschaft liegen, sowie Bruchbereichen zusammen. Auch diese Landschaft ist stark landwirtschaftlich gepr√§gt, wobei hier jedoch neben Gr√ľndlandnutzung √ľberwiegend Ackerbau betrieben wird. Durch die strukturell oft scharf voneinander getrennten Donkenerhebungen und Kendelvertiefungen, die der Rhein in seinem Urstromtal zur√ľckgelassen hat, und die zahlreichen Flie√ügew√§sser gliedert sich dieses Gebiet vielfach sehr kleinr√§umlich. Die einzelnen Landschaftsausschnitte lassen dabei h√§ufig eine mosaikartige und abwechslungsreiche Struktur entstehen. Gegliedert durch Feldgeh√∂lze, Hecken oder Ufervegetationsstreifen treten im Wechsel √Ącker mit unterschiedlichen Feldfr√ľchten, Wiesen und Weiden, kleinere Waldst√ľcke oder Br√ľche auf, die so ein sehr vielf√§ltiges Landschaftsbild erzeugen.

Innerhalb dieser gro√üfl√§chigen Teilgebiete liegen verschiedenartig ausgepr√§gte und unterschiedlich gro√üe Naturschutzgebiete. Diese jeweils besonders charakteristisch und naturnah ausgepr√§gten Landschaftsausschnitte spiegeln in verst√§rktem Ma√üe die landschaftliche Eigenart und die urspr√ľngliche Sch√∂nheit dieser Region wider.
In Verbindung mit der heimischen und aufgrund der Seltenheit oder Bedrohung h√§ufig gesch√ľtzten Tier- und Pflanzenwelt repr√§sentieren die Schutzgebiete sowohl naturgeschichtliche als auch kulturhistorische Relikte der Landschaften am Unteren Niederrhein.

Naturschutzgebiete sind laut Bundesnaturschutzgesetz rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft erforderlich ist. Diese Ausweisung dient einerseits der Erhaltung von Lebensgemeinschaften oder Biotopen bestimmter wildlebender, heimischer Tier- und Pflanzenarten und andererseits der Bewahrung des charakteristischen Landschaftsbildes einer Region. Die Schutzw√ľrdigkeit des entsprechenden Landschaftsausschnittes l√§sst sich demnach also vor allem durch das Vorkommen seltener, bedrohter und daher gesch√ľtzter Arten sowie die naturgeschichtliche Bedeutung, Seltenheit, Eigenart oder Sch√∂nheit des landschaftlichen Erscheinungsbildes begr√ľnden. Alle Handlungen, die zu einer Zerst√∂rung, Besch√§digung oder Ver√§nderung des Naturschutzgebietes oder seiner Bestandteile f√ľhren k√∂nnen, sind daher untersagt.
Um den Zustand eines bestimmten Gebietes zu erhalten oder gegebenenfalls zu verbessern und aufzuwerten, sind in der Regel unterschiedlichste Pflege- und Entwicklungsma√ünahmen notwendig, die von den Landschaftsbeh√∂rden und Naturschutzeinrichtungen durchgef√ľhrt werden. Zur Dokumentation der Bestandsentwicklungen und zur Ma√ünahmenabstimmung sind zudem regelm√§√üige Kontrollverfahren in Form von Kartierungen oder Beobachtungen der vorhandenen Pflanzen- und Tierarten unabdingbar. Soweit es der Schutzzweck erlaubt, k√∂nnen Naturschutzgebiete im Rahmen einer gezielten Besucherlenkung und entsprechenden √Ėffentlichkeitsarbeit auch der Allgemeinheit zug√§nglich gemacht werden.

Da zahlreiche dieser Naturschutzgebiete auch eine hohe √ľberregionale Bedeutung haben, sind viele zus√§tzlich international bzw. europaweit gesch√ľtzt, so dass insgesamt ein sich meist √ľberschneidendes, teilweise auch erg√§nzendes Netz von Schutzgebieten entstanden ist. Besonders die niederrheinischen Feuchtgebiete und unterschiedlich ausgepr√§gten Gew√§sser mit entsprechenden Pflanzenbest√§nden und Uferzonen stellen aus Sicht des Arten- und Biotopschutzes wertvolle Brut-, Rast- und √úberwinterungsgebiete f√ľr sehr vielf√§ltige Vogelpopulationen dar.
So ist daher 1983 das RAMSAR-Gebiet ‚ÄěUnterer Niederrhein‚Äú ausgewiesen worden, das sich als ein √ľber 26.000 ha gro√üer, bis zu zehn Kilometer breiter Streifen aus einer Vielzahl von Schutzgebieten entlang des Rheins erstreckt und zahlreiche verschiedenartige Teilbereiche, wie Altrheinarme, Auen- und Bruchlandschaften oder Feuchtwiesen, mit einschlie√üt. Derartige Feuchtgebiete sind laut der gleichnamigen Konvention, die 1971 in der iranischen Stadt Ramsar verabschiedet wurde, insbesondere als √∂kologisch wertvolle Lebensr√§ume f√ľr Wasser- und Watv√∂gel zu erhalten.
Zudem sind parallel viele der nationalen Naturschutzgebiete auch gem√§√ü der EU-Vogelschutzrichtlinie, die Kriterien zum Schutz von Wildv√∂geln und deren Lebensr√§umen festlegt, sowie der FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat), die besonders erhaltenswerte Lebensr√§ume, Pflanzen- und Tierarten auff√ľhrt, als europaweit zu sch√ľtzende Gebiete ausgewiesen worden. Das Hauptziel ist ein fl√§chendeckendes und grenz√ľbergreifend vernetztes Biotopverbundssystem, was mit dem Stichwort ‚ÄěNatura 2000‚Äú ein zentrales Thema der europ√§ischen Naturschutzpolitik ist.

Naturschutz im Kreis Kleve

ein Projekt von  Thomas B√§umen u.a.

 

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