Auenwälder
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In der Aue, also der flussparallel laufenden Niederung, haben sich den Wasserstandsschwankungen angepasste Pflanzengesellschaften gebildet. In den tiefer liegenden Bereichen der Flusst√§ler, die oft monatelang √ľberschwemmt worden sind, lag urspr√ľnglich die fruchtbare Weichholzaue, mit raschw√ľchsigen, widerstandsf√§higen Geh√∂lzen, wie Weiden oder auch Pappeln, die nach Verletzung schnell wieder austreiben und auch mit langer √úberstauung problemlos zurecht kommen. In den seltener √ľberschwemmten Bereichen wuchsen Hartholzauew√§lder aus Stieleichen, Eschen oder Ulmen und Feldahorn, Wildbirne oder Holzapfel. Die Strauchschicht baute sich aus n√§hstoffbed√ľrftigen Str√§uchern, wie Wei√üdorn, Holunder oder Schlehe, auf.

Derartige unbeeinflusste, nat√ľrliche Auenw√§lder gibt es am Unteren Niederrhein nur noch selten. Bereits im Mittelalter waren diese W√§lder nahezu vollst√§ndig gerodet und in fruchtbares Gr√ľnland umgewandelt worden. Die durch Deiche stark verminderten nat√ľrlichen √úberschwemmungen und die Beweidung der Ufer lie√üen keine Regeneration der Aue zu. Heute kann man stellenweise von einer allm√§hlichen Wiederbelebung, zumindest der Weichholzaue, sprechen. So siedeln sich zunehmend entlang der nicht mehr gr√ľnlandwirtschaftlich genutzten Ufers√§ume von Altarmen oder einigen Rhein- und auch Niersuferabschnitten wieder verst√§rkt Weidengeh√∂lzs√§ume an. In den etwas h√∂her gelegenen Randzonen fassen immer h√§ufiger auch Baumweiden Fu√ü, so dass wieder kleine, fragmentartige Silberweiden-Auenw√§lder aufwachsen k√∂nnen. Auf B√∂den mit lang anhaltender Staun√§sse oder an den Uferb√∂schungen, wo die Str√∂mung keine B√§ume hochkommen l√§sst, werden nat√ľrlicherweise weiterhin strauchf√∂rmige Mandel- und Korbweiden einen geb√ľschartigen Bewuchs bilden, der meist in Kiesb√§nke oder Schlammfluren √ľbergeht.

Besonders zu nennen ist das Emmericher Ward, das Gebiet um den Altrhein bei Bienen, das sich mit ehemaligen Hochwasserrinnen als besonders naturnaher und artenreicher Altgew√§sserkomplex auszeichnet, das naturnah ausgepr√§gte Rheinufer bei Lohrwardt oder die Wachtendonker Niersaue. Hartholzauenw√§lder sind am gesamten Niederrhein verschwunden, da die entsprechenden Standorte als ertragreiches Gr√ľnland genutzt werden oder nach den Eindeichungen in Ackerland umgewandelt worden sind. Es sind allenfalls Relikte √ľbriggeblieben, wie Wei√üdornstr√§ucher, die durch den Viehbefra√ü zu markanten `Kuhb√ľschen` geformt worden sind, Hecken aus Hartholzauearten, alte Ulmen oder kopfbaumartig beschnittene Eschen, die neben den zahlreichen Obstb√§umen zu den typischen Arten dieser Standorte z√§hlen. Im Bereich von Salmorth versucht man heute einen reliefabh√§ngig nat√ľrlich gestuften Weich- und Hartholzauenwald k√ľnstlich anzupflanzen, wobei sich an vorhandenen, intakten und vergleichbaren Auenwaldbest√§nden orientiert wird.
Insgesamt stellen die verschiedenen naturnahen und sehr artenreichen Auenw√§lder, im wesentlichen also Weichholzauenw√§lder, sehr bedeutende, landschaftsbildpr√§gende und naturhistorische Elemente dar. Gro√üfl√§chig ausgedehnte Waldbereiche, aber genauso auch kleinere Waldreste oder Geh√∂lzansammlungen, bestimmen vielerorts entscheidend die Vielfalt und Eigenart der Region. Sie k√∂nnen eine ungef√§hre Vorstellung vom urspr√ľnglichen Aussehen der Flusslandschaften des Unteren Niederrheins vermitteln.

Naturschutz im Kreis Kleve

ein Projekt von Holger Hillmann (Texte, Fotos) und Thomas Bäumen (Redaktion, Webdesign und weitere Fotos)

 

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