NSG Salmorth und Rindernsche Kolke
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Naturschutzgebiete

Stadt Kleve
GrĂ¶ĂŸe: 1.170 ha
Ausweisung: 27.03.1987
Landschaftsraum: Rheinniederung

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Im Überschwemmungsbereich des Rheins, sĂŒdlich durch den Griethauser und Kellener Altrhein begrenzt, liegt die sich in einer LĂ€nge von ĂŒber sechs Kilometern bis Keeken erstreckende Halbinsel Salmorth. Diese wurde nach der ehemals hier stattfindenden Salmfischerei benannt. Salmorth stellt ein Teilgebiet der DĂŒffel dar, hebt sich davon, als einer der letzten typischen, periodisch ĂŒberfluteten Sommerdeichpolder, jedoch ab. Mit rund 1.170 ha nimmt das Naturschutzgebiet „Salmorth“ einen Großteil dieser Stromtallandschaft ein.
Der Rhein hat seinen Lauf in diesem Gebiet immer wieder verlagert, wovon heute noch die Altrheinarme zeugen. So teilte sich der Strom noch im 17. Jahrhundert vor der mittelalterlichen Festung Schenkenschanz in Waal und Niederrhein. Die Auenlage ließ nach der Rodung der WĂ€lder schon seit jeher ausschließlich die bĂ€uerliche Milchviehwirtschaft zu.

Das heutige Naturschutzgebiet Salmorth besteht aus weit ausgedehnten, meist feuchten Wiesen und Weiden, in denen einzelne Pappelreihen, Baumgruppen, KopfbĂ€ume oder WeißdornbĂŒsche vorkommen, die von großen Deichen eingerahmt werden. Aufgrund der Nutzungsintensivierung haben sich jedoch die ehemals sehr artenreichen GrĂŒnlandgesellschaften vielfach auf die Deichflanken zurĂŒckgezogen. Die formende und gestaltende Kraft des Rheins ist allerorts durch zahlreiche Senken, Mulden, WĂ€lle und Flutrinnen deutlich sichtbar. Die Rhein- und Altarmufer sind stellenweise naturnah, mit aufkommender Auenvegetation ausgebildet. WĂ€hrend des Winterhochwassers wird regelmĂ€ĂŸig das gesamte Gebiet als Teil des Deichvorlandes bis zum Griethauser Altrhein, der wegen seiner unmittelbaren Verbindung zum Hauptstrom kaum Verlandungserscheinungen aufweist, vollstĂ€ndig ĂŒberflutet. Nur das erhöht liegende Schenkenschanz, die einzige Siedlung vor den Deichen, die vereinzelten auf Warften gelegenen Höfe oder die Baumreihen und Feldgehölze ragen dann noch aus der gewaltigen WasserflĂ€che heraus.

Besonders hervorzuheben ist das sĂŒdlich an den Banndeich grenzende Teilgebiet „Rindernsche Kolke“. Mit ca. 80 ha umfasst diese FlĂ€che eine Kette von 17 Kolken und TĂŒmpeln, die entlang eines schmalen Streifens zwischen dem alten Drususdeich und dem Zweistrom verlĂ€uft. Den sĂŒdlichsten Teil bildet ein Abgrabungssee. Die Entstehung der Kolke geht hauptsĂ€chlich auf DeichbrĂŒche bei verschiedenen Hochwassern zurĂŒck. Das Wasser floss dabei mit hoher Strömungsgeschwindigkeit durch die Bruchstelle und verursachte hinter dem Deich durch Strudelwirkung eine Auskolkung. Die besonders tiefen Kolke wurden anschließend nicht wieder verfĂŒllt. Stattdessen fĂŒhrte man den Deich in einer geschwungenen Linie um die entstandenen GewĂ€sser herum, die sich inmitten von landwirtschaftlich genutzten FlĂ€chen zu unterschiedlich stark verlandenden, nĂ€hrstoffreichen LebensrĂ€umen entwickeln konnten. Die Kolke und AltwĂ€sser bieten mit ihrer vielfĂ€ltig ausgeprĂ€gten Unterwasser- und Ufervegetation zahlreichen Amphibienarten, wie dem Kamm- und dem Teichmolch, dem GrĂŒn- und Grasfrosch oder der Erdkröte wertvolle Laichhabitate.
Zahlreiche Libellenarten belegen die besondere Bedeutung dieses Gebietes fĂŒr den Arten- und Biotopschutz. Zudem sind dank verschiedenster GrĂŒnlandgesellschaften auch sehr zahlreiche Vogelarten zuverlĂ€ssig anzutreffen. So können beispielsweise RöhrichtbrĂŒter, wie TeichrohrsĂ€nger, Rohrammer oder Teichralle, Wasservögel, wie Haubentaucher, BlĂ€ssralle oder verschiedene Entenarten, WiesenbrĂŒter, wie Kiebitz oder Wiesenpieper, Hecken- und GehölzbrĂŒtern, wie DorngrasmĂŒcke, Goldammer oder verschiedene Drossel- und Meisenarten, Eulenvögel, wie Steinkauz oder Waldohreule und zahlreiche Rastvögel genannt werden.
Um die Lebensbedingungen der verschiedenen Pflanzen- und Tierarten und die landschaftliche Schönheit und Eigenart zu erhalten bzw. in bestimmten Bereichen zu verbessern, sind unterschiedliche Pflege-, Sicherungs- und Entwicklungsmaßnahmen notwendig. So wird beispielsweise durch VertrĂ€ge eine naturgerechtere, extensive Beweidung der GrĂŒnlandflĂ€chen gefördert, was vor allem eine EinschrĂ€nkung der zeitlichen NutzungsabstĂ€nde sowie des zahlenmĂ€ĂŸigen Viehbesatzes und den Verzicht auf DĂŒngung oder ZufĂŒtterung bedeutet. Um wertvolle Uferrandbereiche und Röhrichtzonen vor Viehverbiss zu schĂŒtzen, sind stellenweise auch einige GewĂ€sser ausgezĂ€unt worden.

Naturschutz im Kreis Kleve

ein Projekt von Holger Hillmann (Texte, Fotos) und Thomas BĂ€umen (Redaktion, Webdesign und weitere Fotos)

 

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