Kolke
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Woyen, wie die Kolke am Niederrhein auch genannt werden, finden sich entlang bestehender oder ehemaliger DeichverlĂ€ufe, wo sie sich oft gruppenweise, regelrecht in Reihe anordnen. Ein Kolk innerhalb einer Flusslandschaft ist eine tiefe Auswaschung des gewachsenen Bodens durch strömendes Wasser, die als tiefe Mulde im GelĂ€nde auch nach der Durchströmung mit Wasser gefĂŒllt bleibt. Die Entstehung kann auf verschiedene Ursachen zurĂŒckgefĂŒhrt werden. Bei einem Deichbruch wĂ€hrend eines Hochwassers kolkt der Strudel der durchbrechenden Strömung an der Bruchstelle den lockeren Sand und Kies des Untergrundes tief bis in wasserfĂŒhrende Schichten aus und verstreut das ausgewaschene Material in einem breiten Schwemmkegel ĂŒber das dahinter liegende Land. Da die Kolke somit also bis in den Grundwasserbereich hinein reichen, steigt zukĂŒnftig ihr Wasserstand bei Hochwasser an und ĂŒberschwemmt gegebenenfalls auch die anliegenden, weidewirtschaftlich genutzten FlĂ€chen. Der gebrochener Deich hingegen wurde nach dem Abklingen des Hochwassers meist wiederhergestellt. Dabei umging man jedoch den Kolk, den man wegen des hohen Arbeitsaufwandes in der Regel nicht wieder verfĂŒllte und stromwĂ€rts verlegte. Deichbruchkolke sind in dieser Region verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hĂ€ufig anzutreffen, da die Deiche in der Vergangenheit oft unzureichend befestigt waren und sie daher gerade bei Eisgang oft und teilweise an mehreren Stellen gleichzeitig brachen. Eine weitere Entstehungsmöglichkeit dieser Kolke ist die UnterspĂŒlung eines Deiches. Bei einem Hochwasser, dessen Flut die Felder im Deichvorland weit ĂŒberragt, sucht sich das Wasser stellenweise unterirdische Auswege. Dies betrifft bevorzugt Stellen des Deiches, an denen sich eine schwache und durchlĂ€ssige Untergrundstruktur aus Sand- oder Kiesschichten befindet. So wird die nur gering mĂ€chtige Humusschicht von der Strömung mitgerissen und die Deichanlage unterspĂŒlt.

Andere Kolke haben sich vereinzelt bei großflĂ€chigen Überflutungen der Poldergebiete entwickelt. Im Bereich eines Hindernisses bildete sich dann ein Strudel, der sich in den Grund eingrub und nach dem Hochwasser eine entsprechende Vertiefung zurĂŒckließ. Weitere, Ă€ltere Kolke sind in der Vergangenheit auch direkt durch den Menschen, bei der Entnahme von Erdmaterial fĂŒr den Deichbau entstanden. Da Kolke oft eine enorme Tiefe aufweisen, dauert die Verlandung trotz der geringen Ausdehnung sehr lange, manchmal viele Jahrhunderte. Im Laufe der Zeit können sich aus solchen Kolken sehr wertvolle Feuchtbiotope entwickeln, die mit einer entsprechenden Wasser- und Ufervegetation, wie Schwimmblatt- und Röhrichtgesellschaften, reichhaltige LebensrĂ€ume fĂŒr zahlreiche Vogel-, Amphibien-, oder Insektenarten darstellen.

So verteilen sich ĂŒber die DĂŒffel und im Hinterland des Griethauser und Kellener Altrheins, wie im Grunde in der ganzen Rheinniederung, verstreut oder auch aneinandergereiht zahlreiche Kolke. Die Woyen oder Kolke stellen ein sehr charakteristisches Element der niederrheinischen Flusslandschaft dar. Ihre oft naturnahe AusprĂ€gung macht sie zu einem besonders Ă€sthetischen und idyllisch reizvollen Bestandteil der Rheinniederungen. Auch dokumentieren diese kulturhistorisch bedeutsamen GewĂ€sser die oft katastrophalen RĂŒckschlĂ€ge bei Versuchen den Rhein durch Eindeichungen zu zĂ€hmen, was den Menschen schließlich zu immer weitreichenderen Eingriffen in die Flussdynamik veranlasst hat.

Naturschutz im Kreis Kleve

ein Projekt von Holger Hillmann (Texte, Fotos) und Thomas BĂ€umen (Redaktion, Webdesign und weitere Fotos)

 

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